Frühjahr 2025 – 42. Einsatz des Projekt Feuerkinder – 12.02.- 01.03.2025
Vorbehandelte Patienten aus Arusha, Babati und Monduli – Tansanische Ärzte im Team - Unterstützung durch ehemaligen Patienten - Einweihung der GM Memorial School - Neubau der Ambulanz und Notaufnahme geht voran
Während es in Deutschland noch richtig kalt war, schwitzte das Team des Projekt Feuerkinder in den OP-Sälen im Nkoaranga Lutheran Hospital (NLH) in Tansania und kam am 01. März nach einem arbeitsreichen Einsatz zurück.
Mit dabei waren die Ärzte Dr. Annemarie Schraml, Dr. Mirjam Triebel, Dr. Klaus Schwendner, Prof. Dr. Johannes Hamel, Dr. Gerd Hohenberger, Dr. Mohammad Bonakdar, und Assistenzarzt Philipp Schminke.
Unterstützt wurden sie durch die Pflegekräfte Grace Ayoo-Küffner, Paula Scharrer, Afra Bühl, Daniela Klughardt und Gregor Wittmann.
Vorbereitungen und erste Untersuchungen
In den ersten beiden Tagen wurden die zum Teil mit Gipsverbänden bereits vorbehandelten Patienten aus verschiedenen Einrichtungen wie dem Kafikahouse Arusha, dem URRC, der Zilper-Foundation in Babati und Kinder aus Monduli von den Orthopäden untersucht.
Hinzu kamen noch einige Mädchen und Jungen, die ohne vorherige Kontaktaufnahme von ihren Angehörigen gebracht wurden.
Insgesamt wurden 106 Patienten voruntersucht und das OP-Programm für die kommenden zwei Wochen erstellt. Schwester Grace und Faraja, eine Mitarbeiterin des NLH halfen bei der Dokumentation.
Die Untersuchungen fanden in den gut vorbereiteten Räumen der Aids-Station statt, die aufgrund fehlender USAID-Gelder geschlossen wurden. Es herrscht große Unsicherheit, da nicht klar ist, wer die lebensnotwendigen Medikamente für die Patienten, vor allem für Kinder, finanzieren wird – eine Situation, die leider sogar Todesfälle zur Folge haben könnte.
Die beiden OP-Säle wurden mit Medikamenten bestückt, die technischen Geräte überprüft und die Instrumente aufbereitet.
Operationen und medizinische Fortschritte
Ab Samstag, den 15. Februar wurde an sechs Tagen pro Woche parallel in zwei Sälen operiert, was nur durch ein enormes Engagement aller Beteiligten, insbesondere der tansanischen OP-Belegschaft möglich war.
Dr. Godnester Mungure, die ihre Spezialweiterbildung in Orthopädie in Moshi unterbrochen hatte, arbeitete während des gesamten Einsatzes mit dem Team zusammen. Nach unserer Abreise führte sie selbständig mehrere Metallentfernungen bei bereits im letzten Jahr operierten Patienten durch.
Ein weiteres Highlight war der junge tansanische Arzt Dr. Joseph Imani aus dem Litembo Diocesan Hospital in Mbinga. Der hochmotivierte Arzt hospitierte für eine Woche und zeigte großes Interesse, die medizinische Versorgung in Tansania zu verbessern. Er plant, im August wieder mit dem Feuerkinderteam zu arbeiten und hat bereits seinen Jahresurlaub dafür beantragt.
An insgesamt 12 Operationstagen wurden 136 Eingriffe bei 61 Kindern und Jugendlichen durchgeführt, von denen 31 doppelseitig operiert wurden. Der jüngste Patient war gerade einmal 9 Monate alt, der älteste 18 Jahre. Besonders bewegend war der Fall eines 7-jährigen Mädchens mit schweren Fehlstellungen an Armen und Beinen, das von einer engagierten Franziskanerschwester gebracht wurde. Das Kind, das von einer belgischen Patin unterstützt wird, soll im kommenden August operiert werden.
Unterstützung durch ehemalige Patienten und neue Projekte
Ein großer Dank geht an den früheren Patienten Peter Josephat (auf der Homepage unter Peters Geschichte nachzulesen), der während des gesamten Einsatzes die Betreuung der Kinder und Jugendlichen in der OP-Vorbereitung, Aufwachphase und auf der Station übernahm.
Darüber hinaus wurde die neue Station für Gynäkologie und Geburtshilfe bezogen, was sowohl für das medizinische Personal als auch für die Patientinnen eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Unterbringung darstellt.
Auch der Neubau der Ambulanz und Notaufnahme kommt voran - trotz der Herausforderungen durch die Hanglage des Baugeländes. Sobald das neue Gebäude fertiggestellt ist, wird das Nkoaranga-Hospital noch besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen können. Dies wird nicht nur die medizinische Versorgung verbessern, sondern auch die finanzielle Lage des Krankenhauses stärken, was zur Sicherstellung einer angemessenen Bezahlung des Personals beiträgt.
Einweihung der GM Memorial School
Ein besonderer Moment des Einsatzes war die feierliche Einweihung der GM Memorial School. Gemeinsam mit Bischof Elias Kitoi Nasari von der Meru-Diözese schnitt Dr. Schraml das Band am Eingang der Schule durch. Die Schüler zeigten stolz ihre Englischkenntnisse, und auch die Eltern dankten herzlich für die Unterstützung. Diese Schule bietet vor allem Kindern aus benachteiligten Verhältnissen die Chance, Englisch zu lernen und später eine weiterführende Schule zu besuchen. Auch Kinder, die vom Feuerkinderteam operiert wurden, profitieren von dieser Chance und erhalten so eine bessere Perspektive für ihre Zukunft.
Dank an alle Spender und Unterstützer
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Spendern und Unterstützern, die diesen erfolgreichen Einsatz erst möglich gemacht haben. Ihre Hilfe ermöglicht es, weiterhin Kinder in Tansania zu unterstützen und deren Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Spendenkonto:
Projekt Aktion Feuerkinder
EB Kassel
IBAN: DE53 5206 0410 0103 5099 82